Verfolgung der Christen im Wort und Tat

4. Januar 2011

Warum werden die Christen in der Welt am meisten verfolgt?
Selbstmordattentat in Alexandria mit 21 Toten

António Justo
Die Christen sind die am meisten verfolgte Gruppe der Welt. Sie sind Zielscheibe von Rassisten und sogar von so genannten Antirassisten. In der arabischen und asiatischen Welt werden sie mit gewalttätigen Anschlägen und Diskriminierung verfolgt, im Westen mit der Waffe des Wortes. Es ist salonfähig, in der Presse und Öffentlichkeit Anti-Christ zu sein oder die Attacken gegen Christen mit der Vergangenheit zu rechtfertigen. Ein hinterlistiger Kampf von Militanten des Säkularismus gegen das Christentum versucht alles, was an Abscheulichkeiten in der Geschichte bezüglich Ökonomie und Politik geschah, nicht auf die Burger im allgemeinen, sondern auf die Christen zu lenken. Es ist chic, von Antisemitismus, anti-arabischen Vorurteilen zu sprechen, aber es schickt sich nicht, von Anti-Christentum bzw. von Anti-Katholizismus zu sprechen.

Die Christenverfolgung mit seit 100 Jahren mehr Todesopfern als in der gesamten Geschichte des Christentums wird in den Massenmedien selten thematisiert, was aufgrund der Wehrlosigkeit von Christen nicht auffällt. Ja, in der deutschen Umgangssprache existiert eigentlich gar nicht der Begriff „Anti-Christentum“. Was nicht in den Begriffen nicht existiert, existiert auch nicht im Bewusstsein. Man verteidigt die einen, während man gegen den anderen hetzt. Das Anti-Christentum wird in den Medien vernachlässigt. Es scheint dass wer kein Feindbild Islam etc. hat, braucht das Feindbild Christentum. Der Kulturrassismus zeigt sich mitleidig gegenüber der Diskriminierung kleiner Minderheiten anderen Kulturen.

Es wird mit zwei Maßen gemessen.
Was in islamischen Staaten geschieht, wird als Werk von Extremisten betrachtet, was jedoch in unserer Kultur in der Vergangenheit an Schlechtem geschah, wird als Werk von Christen gesehen! Es fehlt die Einsicht und die Menschlichkeit. Die Verleumdung von Minderheiten wird als Vorurteil gesehen, die Verleumdung von der Mehrheit wird legitimiert.

Vorurteile gegen Muslime werden geächtet, während Vorurteile gegen Christen gepflegt werden.
Die Medien sprechen in den Überschriften von „Gewalt nach Anschlag auf Kirche“, die Menschen, die in der Kirche getötet wurden, bekommen eine kleiner gedruckte Zeile.

Warum werden die Christen in der Welt am meisten verfolgt?

Das Christentum ist ein Störfaktor für alle Machthaber, weil es die Interessen des Menschen in der Mitte stellt und Interessen von Ökonomie, Ideologien und Kulturen an zweite Stelle setzt. Alle Machtstrukturen sehen es nicht gern, dass eine Struktur wie die Weltkirche für Menschen ohne Stimme spricht. Viele Machthaber stellen fest, dass immer da, wo Christen waren, die Demokratie, politische und religiöse Freiheit und Menschenwürde angefangen haben zu keimen. Das Christentum ist nicht gebunden an eine Rasse, an eine Kultur, ein System oder eine Idee; sein Ort ist der Mensch, und sein Gott befindet sich in der Mitte jedes Menschen unabhängig von seinem religiösen Bekenntnis. Das stört und wird zur „Bedrohung“ für jeden, der sein Geschäft machen will auf Kosten des Menschen. Das Christentum wird überall verfolgt, weil es mehr als eine Religion ist, weil es nicht einer Kultur angehört, sondern eine Religion, eine Philosophie des Menschen ist. Die Menschenwürde liegt im Menschen selbst und nicht in der Kultur, Religion oder Nation! Der Ort Gottes ist der Mensch und das stört alle Machtstrukturen und Ideologien. So können sie nicht die ganze Macht über die Menschen haben. Deswegen versuchen Machthaber, sich seiner zu bemächtigen oder es zu verfolgen.

Am Weihnachten wurden in Nigeria 86 Christen ermordet; auf den Philippinen verletzte eine Bombe 11 Christen in der Weihnachtsmesse; im Irak wurden die Weihnachtsfeierlichkeiten verhindert wegen Drohungen, und an Silvester wurden 21 Christen ermordet und 97 verletzt in einer Kirche in Ägypten, etc.

Der jüdische Philosoph Bernard Henry Levy stellt fest: „Die Christen bilden heute auf planetarischer Ebene die Gemeinschaft, die auf die gewalttätigste Weise verfolgt wird bei größter Unanfechtbarkeit der Täter.“ Diese Wirklichkeit wird verschwiegen und sogar gerechtfertigt, als ob die ganze Misere der Welt und der ganze Kolonialismus Werk von Christen wäre.

Der Mordanschlag in Ägypten wird zwar dem Terrornetz außerhalb des Landes zugeschrieben, und die ägyptische Regierung tut so, als ob Kopten gleichberechtigt wären. Sie werden aber massiv diskriminiert. Andererseits versucht man, sie durch finanzielle und berufliche Angebote zur Konversion zum Islam zu bewegen, weshalb ihre Zahl stetig abnimmt. Die islamische Welt geht immer in die Offensive, wenn sie mehr als 50 % der Bevölkerung einnimmt, in der Art, dass versucht wird, Minderheiten auf die eine oder andere Art zu reduzieren.

Die Verfolgung der Christen in der Türkei zeitigte „Erfolge“ mit dem Holocaust an den armenischen Christen, so dass die christliche Bevölkerung in der Türkei innerhalb von 100 Jahren von 25% auf 0,1% der Bevölkerung fiel. Eine ähnliche Entwicklung, wenn auch ohne Holocaust geschah in Ägypten und anderen Ländern. Im Irak sank der christliche Bevölkerungsanteil nach dem Sturz von Saddam Hussein von 1,5 Millionen auf weniger als eine halbe Million. Islamische Länder sind entweder die Hölle oder das Fegfeuer der Christen. Aber unsere Politiker glauben nicht an der Hölle, deswegen gibt es für die Christen in Ländern, in denen sie verfolgt werden, auch keine aussicht auf den Himmel.

António da Cunha Duarte Justo
antoniocunhajusto@googlemail.com
http://antonio-justo.eu/

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