FROHE WEIHNACHTEN 2020

24. Dezember 2020

Die Geschichte von Jesus, Maria und Josef ähnelt der extremen Situation, in der wir uns befinden: viele Hindernisse, wohin wir auch schauen.

Maria, Jesus und Josef fassen die Geschichte der Menschheit und die Geschichten eines jeden von uns zusammen.

Stellen Sie sich die Situation Marias in einem kleinen Dorf vor, noch sehr jung und bereits schwanger; ihr Verlobter Josef, der sie begleitet; der lange Fußmarsch nach Bethlehem, um sich anzumelden, und der mehr als 160 km entfernt war; die Suche nach einer Unterkunft und die Ablehnung eil sie  Armen und Bedürftigen waren und noch die Geburt unter widrigen und seltsamen Bedingungen in einer Tierhöhle.

Die armen Hirten waren die ersten, die die gute Nachricht von der Geburt Jesu hörten („Selig sind die Armen im Geiste (die die nicht hochmütig sind), denn ihrer ist das Himmelreich“, Matthäus 5,1-3). Sie sind die Arbeiter von heute in prekären Arbeitsverhältnissen; sie sind die Flüchtlinge aus einer Gesellschaft, die sie nicht will; es sind Menschen mit psychologischer Verbitterung, weil sie keine Unterkunft im Herzen derer finden, die sie erwarten würden.

In der weihnachtliche  Wirklichkeit ist die Geschichte vom Kommen Gottes vor allem für diejenigen, denen es nicht gut geht: die Demütigen, diejenigen, die sich allein gelassen sehen in ihre Lebenserinnerungen, diejenigen, die bereitwillig auf eine Chance warten, die ihnen nicht gegeben wird,  diejenigen, die Angst vor ihrer Zukunft haben und trotzdem das Leben bejahen.

Stress gehört auch zu Weihnachten; Jesus wurde nicht in einer vollkommenen Welt geboren, weder in der Welt der Reichen an materiellen Gütern noch in der Welt der Selbstzufriedenen (mit einem autarken Geist)!

Mann braucht keine Angst vor einem Weihnachtsfest mit emotionalen Spannungen zu haben oder die Weihnachtsatmosphäre aufgrund einer unbekannten Affektivität zu fürchten. Gott wird Mensch, um die Menschen in ihren Bedürfnissen zu befriedigen. Er ist der Ort der Begegnung, der Ort der Beziehung und Begegnung mit und in Menschen. Gott will keine Ideen oder Vorstellungen kennen, sondern Menschen so wie sie sind annehmen.

Jesus braucht nur die Öffnung des Herzens für eine kleine Krippe, in der Beziehung stattfinden kann.

Jesus sucht nicht nach einer perfekten Welt, nach einer idealen Welt, denn die Welt der Ideale ist diejenige, die uns oft trennt.

Das blendende Licht der Krise kann uns blind machen für einen Horizont voller Wunder, die auf uns warten können, wenn wir uns nicht zwischen Gott und die Menschen stellen, wenn wir uns nicht zwischen uns und die Bilder stellen, die wir uns von unserem Nächsten manchmal machen und uns trennen.

Es ist Weihnachten und die Krippe ist in jedem von uns! In ihr kann das Reich Gottes entstehen; in ihr will Jesus geboren werden! Weihnachten ist die universelle Beziehung, ausgedrückt in der Familie wo Frieden und Liebe geschehen!

Glaube und Hoffnung leuchten bereits auf dem Weihnachtsstern.

Weihnachtsgrüße

António da Cunha Duarte Justo

in Pegadas do Tempo (Fußabdrücke der Zeit), https://antonio-justo.eu/?p=6303